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Elja Janus – Zwei in Solo

Inhalt:

Sie stammen aus zwei Welten, und doch verbindet sie die gleiche Sehnsucht: ganz sie selbst zu sein. Als Sophie und ihr ehemaliger Schüler Milo nach Jahren wieder aufeinandertreffen, fühlen sie sich sogleich zueinander hingezogen. Dabei sind sie so verschieden – sie, die gelernt hat, jedes Gefühl zu unterdrücken, und er, der in ein Leben voller Gewalt und Machtkämpfe geboren wurde. Als sie bereit sind, sich wirklich aufeinander einzulassen, wird aus Sophie und Milo endlich Solo. Doch ihre kleine Welt ist dem Untergang geweiht, wenn die beiden ihre Vergangenheit nicht hinter sich lassen können.

Meine Meinung:

„Fluchen lässt dich abgeklärt wirken, Aggression wird in meiner Welt vergoldet, Wut stößt andere vor die Brust und weiter. Ein Lachen kannst du hergeben, wenn es sich gegen einen anderen richtet, guter Humor ist, wenn einer schrumpft, der nicht du bist. Bis hier reichen die Gefühlen. Weiter nicht.“

Sophie ist 31 Jahre alt, arbeitet als Lehrerin an einer Gesamtschule und liebt ihren Job. Aufgewachsen in einem reichen und kultivierten Elternhaus, lernte sie bereits als Kind, was gut für sie ist und was nicht – Gefühle zeigen ist nicht gut, Gefühle zu zeigen macht verletzlich und schwach. Weder durch ihre Eltern noch durch ihre Partner, hat sie je wahre Liebe erfahren, durfte nie erleben wie es ist, geliebt zu werden, ohne sich verstellen zu müssen.

Milo ist 21 Jahre jung, aufgewachsen mit einem gewalttätigen Vater und einem großen Bruder, früh von der Mutter verlassen und ohne Anerkennung  kennen gelernt zu haben. Später musste er sich wehren oder alles über sich ergehen lassen. Sein einziges Erfolgserlebnis? Eine einzige 1 während seiner Schulzeit.

Die Geschichte um Sophie und Milo hat mich wirklich Nerven gekostet und mich auf eine sehr emotionale und tiefgründige Reise mitgenommen.  Während des Lesens hatte ich Gänsehaut, musste mal schmunzeln, aber auch weinen.  Es war dennoch ein einziges Lesevergnügen, denn dieser Liebesroman bot mir alles, was ich persönlich von einem Liebesroman erwarte. Mit Sophie und Milo hat sich Elja Janus zwei Protagonisten ausgesucht, die differenzierter nicht hätten sein können. Zwei Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Welten stammen und doch für einander bestimmt sind.

Es war wirklich aufregend, mitzuerleben wie aus den Beiden eins wurde, wie sie jeder für sich dem anderen ihre eigene Welt geöffnet und ihre eigene gemeinsame Welt erschaffen haben.

Beide Charaktere werden so authentisch dargestellt, dass man mit ihnen verfließen kann und alles um sich herum vergisst. Die verschiedenen Situationen wurden so bildhaft erzählt, dass ich mich immer mittendrin statt nur dabei gesehen habe, als wäre ich als Leser ein Teil der Geschichte.

Das Elja Janus schreiben kann, hat sie mit ihrem Debüt „Immer noch wir“ bewiesen. Ihr Schreibstil ist sehr leicht und angenehm zu lesen, an den richtigen Stellen schreibt sie leise oder aber auch laut. Und auch der Erzählstil ist, wie ich finde, einzigartig. Sie schafft es durch ihre Geschichten Werte zu vermitteln, die in unserer heutigen Gesellschaft leider oft verloren gehen. Sätze oder Situationen, die ich eigentlich als Kitsch abtun würde, haben mich hier einfach mal übermannt, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Und somit gehört „Zwei in Solo“ bereits im Juni zu meinen Jahreshighlights 2019!

Mein Fazit:

Wow! Einfach nur Wow… Eine Geschichte, die mich noch lange berühren wird. Eine Geschichte, die etwas in mir geöffnet hat, was ich lange verschlossen gehalten habe. Eine Geschichte, die nicht nur berührt sondern auch bewegt. Ich kann „Zwei in Solo“ bedenkenlos empfehlen – Lest es, ihr werdet es nicht bereuen. Für mich bleibt nur noch zu sagen: 7 von 5 Sternen und ein leises: Bekommen wir noch mehr von dir zu lesen? Bitte, bitte, liebe Elja.

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