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> Rezension < Colin Hadler – Wenn das Feuer ausgeht

Inhalt:

Wenn das Feuer brennt, kann man so einiges erleben. Man fühlt sich wohl, sicher und geborgen. Man kann sich im Licht der Flammen unterhalten, musizieren, lachen oder die Wärme aufnehmen und sich zur Ruhe legen. Doch wenn das Feuer ausgeht … haben die Gestalten, die in der Dunkelheit warten, den Mut, aus ihren Löchern zu kriechen. Wenn das Feuer ausgeht, gibt es keine Regeln mehr.
Ein Camp im Wald. 18 Menschen auf engstem Raum, jeder mit seiner Vergangenheit und seinen Geheimnissen. Mittendrin ist Lukas, der von seiner Mutter an diesen Ort geschickt wurde. Schnell merkt er: Irgendjemand oder irgendetwas will diesem Camp und den Menschen darin nichts Gutes. Zwischen sarkastischen Bemerkungen und philosophischen Gesprächen stößt er auf alte Wunden, die noch lange nicht verheilt sind.

Meine Meinung:

Willkommen im Camp Summerlake, genießen Sie das Lagerfeuer und die Natur, treffen Sie nette Menschen und spannende Tiere, erleben Sie großartige Abenteuer – Sie werden es so schnell nicht wieder vergessen.
Mit „Wenn das Feuer ausgeht“ habe ich nun den zweiten Roman vom absolut talentierten Colin Hadler gelesen und bin immer noch geflasht, wie er seine Bücher schreibt. Wer hier einen Abenteuerroman für Jugendliche erwartet, dem sei gesagt: Nö! Es ist ein Abenteuerroman, aber definitiv nicht nur für Jugendliche. Überhaupt ist es wieder ein Werk, dem man kein Genre zuordnen kann: Abenteuer, Thriller, Krimi, Drama, Humor, Philosophie – Es ist einfach alles vertreten.
Lukas wird von seiner Mom in das Camp Summerlake geschickt, zusammen mit anderen Teenagern soll er eine schöne Freizeit verbringen und aufregende Stunden genießen. Doch schon am Bus merkt Lukas schnell, dass hier irgendwas nicht stimmt, ein mystischer Brief seiner Mutter tut das Nötige dazu. Auf der Busreise ins Camp lernt der Leser zusammen mit Lukas bereits die anderen Teenies kennen. Im Camp angekommen wird es spannend und aufregend, es geschehen Dinge, die nicht geschehen sollten und Lukas hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Dingen auf den Grund zu gehen.
Nach seinem Debüt „Hinterm Hasen lauert er“, habe ich verdammt große Erwartungen an Hadlers neustes Werk gehabt und ich wurde alles, nur nicht enttäuscht! Wahnsinn, was der junge Österreicher hier wieder geschrieben hat. Sämtliche Charaktere sind authentisch mit ihren Stärken und Schwächen, so dass man sich wirklich in jeden Einzelnen hineinversetzen kann. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, sind die philosophischen Gedankengänge dieser Teenager und die aufgeführten Zitate von Dichtern und Denkern.
Was auch keines Falls zu kurz gekommen ist, ist die Spannung! Hadler schreibt die Kapitel in einer gesunden Länge und schafft es am Ende eines jeden Kapitels, den Spannungsbogen so hoch zu reißen, dass mir nichts anderes übrigblieb, als immer weiter zu lesen. Durststrecken? Gibt es keine. Aufkommende, kurzweilige Langeweile? Keine Spur! Versteckte Botschaften über das Leben, die Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Mut? Jede Menge! Und genau das ist es, warum ich auch jedes weitere Buch dieses, wenn auch jungen, aber absolut begnadeten Autor lesen werde!
Der Leser kann deutlich spüren, dass sich der Autor hier ernsthafte Gedanken gemacht und vernünftig recherchiert hat. Wo ich auf den ersten Seiten noch dachte: „Na, was soll das denn werden?“, hat sich im Laufe der Story alles wunderbar zusammengesetzt. Der Plot ist perfekt durchdacht, führt er den Leser immer wieder auf andere Fährten und lässt einen selbst zweifeln, ob man hier einen fiktiven Roman liest oder selbst im Camp Summerlake ist und nicht fliehen kann.
Colin Hadler schreibt Geschichten, die so nah am Leben sind und er lässt Teenager in einem Licht erscheinen, dass man genau diese Protagonisten gerne als reale Freunde hätte. Er schreibt ausdrucksstark, authentisch, charmant, lustig, sarkastisch, ironisch, fantasievoll und absolut gehoben.

Mein Fazit:

Wahnsinn! Ich bin baff, ich bin geflasht, ich bin geplättet! Und ich bin sehr froh, dass Colin bei seinem Debüt auf mich zukam. Colin Hadler schreibt wie kein anderer, er polarisiert mit seinen Geschichten und er sieht Geschichten, die er schreiben möchte, die die „ältere“ Generation wohl nicht greifen würde. Chapeau Herr Hadler, alles richtig gemacht – Weiter so! Colin Hadler als Youngstar am Autorenhimmel kann mit den Großen auf jeden Fall mithalten!

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine echte Verneigung!
  

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